Vestas-Politik zur Raumplanung für die umfassende Integration der Windenergie

Vestas-Politik zur Raumplanung für die umfassende Integration der Windenergie

Raumplanung für die umfassende Integration der Windenergie

Bei der Raumplanung handelt es sich um ein Instrument, mit dessen Hilfe die Nutzung physischen Raums in einem Land, einer Region oder einer Stadt geplant wird. Mit einem Raumplan kann beispielsweise bestimmt werden, wo Straßen, Industriegebiete, Kraftwerke oder Übertragungsleitungen entstehen sollen. Dabei wird auch festgelegt, wo es Naturschutzgebiete und andere Formen der Landnutzung geben soll.
In vielen Ländern erfolgt gegenwärtig keine umfassende und langfristig angelegte Raumplanung für Windenergie. Das führt im jeweiligen Land über die Jahre zu einer spontanen Zuteilung von Raum für die sich ausweitende Windenergieproduktion. Ein solcher Ad-hoc-Ansatz kann unnötige Konflikte, zum Beispiel mit Umweltschützern und Anwohnern, hervorrufen, da geeignete Windstandorte ohne derartiges Konfliktpotential vielleicht bereits für andere Zwecke vorgemerkt wurden. Zudem kann der Ad-hoc-Ansatz bei der Planung und dem Bau neuer Windenergieanlagen zu unnötigen Verzögerungen führen – Verzögerungen, die bei einer längerfristig angelegten, gut durchdachten und aktiven Planung hätten vermieden werden können.
Vestas empfiehlt den Regierungen daher folgende Schritte:

Jetzt für alle verfügbaren Windressourcen planen:

Das neue Zeitalter der erneuerbaren Energien muss mit der gleichen Entschlossenheit und dem gleichen langfristigen Engagement angegangen werden, wie dies bei der Erschließung der fossilen Brennstoffe der Fall war. Daher appelliert Vestas an die Regierungen, so bald wie möglich alle verfügbaren Windressourcen zu identifizieren und systematisch und langfristig die umfassende Integration der Windenergie in ihre Stromversorgung zu planen. Sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer würden auf vielfältige Weise von einer zeitigen Planung profitieren, die alle verfügbaren Windressourcen berücksichtigt – Ressourcen, die zu den unerschöpflichen und klimafreundlichsten modernen Energien der Welt gehören.

Klare Ziele und Zeitpläne für die Windenergie setzen:

Das Setzen klarer nationaler Ziele für die Windenergie und ihre anschließende Verwirklichung gehen einher mit abgestimmten rechtlichen und planungstechnischen Maßnahmen von Seiten der beteiligten Regierungen. Gleichzeitig wird damit das Vertrauen von Investoren erhöht. Somit schafft man die Grundlage für Investitionen, die für den Ausbau der Produktionskapazität der Branche benötigt werden, sodass diese rechtzeitig der steigenden Nachfrage nach Windenergieanlagen nachkommen kann. 

Nationale/regionale Lagepläne für die Windenergie entwickeln:

Nationale/regionale Lagepläne bestimmen genau bezeichnete Gebiete an Land und vor der Küste für den langfristig angelegten, umfassenden Ausbau der Windenergie. Die allgemeine Raumplanung muss die Entwicklung nationaler/regionaler Lagepläne unterstützen, indem sie dem Ausbau der Windenergie bei der Raumzuteilung die gleiche Priorität wie anderen wichtigen Unternehmungen zur Entwicklung der Infrastruktur einräumt. Bei den identifizierten Gebieten muss es sich um geeignete Windstandorte handeln, die auch die Interessen von Umweltschützern und Anwohnern berücksichtigen.
Die Frage der Sicherheit ist ein weiterer wichtiger Aspekt, der zu bedenken ist, wenn potenzieller Schaden im Falle einer Beschädigung der Windenergieanlage verhindert werden soll. Zudem empfiehlt Vestas, dass die Windenergieanlagen so platziert werden, dass sie sich auf ästhetisch ansprechende Weise in die Landschaft einfügen. Auch sollten die Anwohner in die jeweiligen Windenergieprojekte mit einbezogen werden. Weitere Informationen zu den Themen Umwelt und öffentliche Akzeptanz finden Sie bei den Politikempfehlungen von Vestas zur Geräuschentwicklung und zur Tier- und Pflanzenwelt.

Die Netzpläne an das Zeitalter der modernen Energien anpassen:

Die Stromnetze sind für fossile Energiequellen ausgelegt, die jedoch andere Merkmale als die erneuerbaren Energien haben. Unabhängig von diesen Unterschieden müssen die Netze zur Deckung des zukünftigen Energiebedarfs in vielen Ländern dringend ausgebaut und verbessert werden. Derartige Ausbauarbeiten sind kostspielige und langwierige Unternehmungen. Wenn die Länder über ihre zukünftige Energiestrategie entscheiden, sollten sie bei diesen Planungen für ihre Stromnetze daher die erneuerbaren Energien von Anfang an berücksichtigen. Dazu gehört der Ausbau der Netze bis in die Gegenden, in denen Windenergieressourcen reichlich vorhanden sind, sowohl an Land als auch vor der Küste.
Die Regierungen, die eine umfassende Integration der Windenergie verfolgen, würden von einem schnellen Beginn der Anpassung ihrer nationalen Netzpläne im Rahmen der nationalen Standortplanung profitieren. Mit einer ganzheitlichen Standort- und Netzplanung können die Länder ihre Stromnetze so modernisieren, dass der steigende Energiebedarf und die zunehmende Integration der Windenergie berücksichtigt werden können. Mit Hilfe der nationalen/regionalen Standortplanung wird von Beginn an aufgezeigt, an welchen Stellen die Netze mit der Zeit verstärkt und ausgebaut werden müssen.

Genehmigungsverfahren:

Sämtliche Genehmigungsverfahren für einen Windpark sollten gebündelt und auf so wenige zuständige Ämter wie möglich konzentriert werden. Ideal wäre ein einziges Genehmigungsverfahren, das alle anfallenden Fragen abdeckt. Das Genehmigungsverfahren sollte nicht länger als sechs Monate in Anspruch nehmen. Dabei sollten Fristen für Antwortbescheide gesetzt und ein ausbleibender Bescheid als Zustimmung gewertet werden. Eine nationale/regionale Standortplanung, die geeignete Windstandorte identifiziert und auch die Interessen von Umweltschützern und Anwohnern berücksichtigt, wird den Ländern bei der Rationalisierung ihrer Genehmigungsverfahren von Nutzen sein.

2009.02.27