Vestas-Politik zum Kartieren von Windressourcen

Vestas-Politik zum Kartieren von Windressourcen
Im Zuge der fortschreitenden Integration der Windenergie werden einige Länder unter Umständen feststellen, dass ihnen aussagekräftige Karten zu den Windressourcen und dazugehörige nationale/regionale Lagepläne fehlen. Auf der Grundlage der allgemeinen Raumplanung (siehe Vestas-Politik zur „Raumplanung für die umfassende Integration der Windenergie”) bestimmen nationale/regionale Lagepläne genau bezeichnete Gebiete an Land und vor der Küste für den langfristig angelegten, umfassenden Ausbau der Windenergie. Gute nationale/regionale Lagepläne zeichnen sich durch das Einbeziehen von wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte sowie der Gewinnung öffentlicher Akzeptanz aus.
Voraussetzung für die Erstellung nationaler/regionaler Lagepläne ist ein aussagekräftiges Kartieren der Windressourcen, mit deren Hilfe Regierungen die besten Windstandorte im Land bestimmen können. Nach Erstellung des nationalen/regionalen Lageplans sind weitere detaillierte Windmessungen an exakt bestimmten Windstandorten vorzunehmen, um so ausreichend zuverlässige Vorhersagen zur wirtschaftlichen Leistung des geplanten Windenergieprojekts machen zu können. Als allgemeine Regel kann gesagt werden: je höher die Windgeschwindigkeit, desto mehr Elektrizität kann eine Windenergieanlage produzieren und desto besser sind somit die wirtschaftlichen Kenndaten des Projekts. An guten Windstandorten entspricht die Leistung moderner Windenergieanlagen an Land der aus fossilen Brennstoffen erzeugten Elektrizität.
Kartieren von Windressourcen auf nationaler Ebene:
Für das Kartieren nationaler Windressourcen werden üblicherweise 18 bis 24 Monate benötigt. Gewöhnlich wird dabei auf bereits vorhandene meteorologische Daten zu Windgeschwindigkeiten von verschiedenen Wetterstationen aus dem ganzen Land zurückgegriffen. Typischerweise übernehmen die Regierungen die Finanzierung dieser Karten zu den nationalen Windressourcen, da diese dann von den nationalen und lokalen Behörden zur Planung der Integration der Windenergie in das nationale Stromversorgungsnetz verwendet werden. Es gibt mehrere international anerkannte Institute, welche die meso- und mikroskalige Modellierung durchführen können, die für die Erstellung qualitativ hochwertiger Karten zu den nationalen Windressourcen nötig ist.
Entwicklungsländer können bei verschiedenen Geberorganisationen finanzielle Unterstützung beantragen, um ein qualitativ hochwertiges Kartieren der Windressourcen vornehmen zu können.

Lokale Messkampagnen von Vestas:

Als Hersteller von Windenergieanlagen ist Vestas normalerweise nicht an der eigentlichen Standortauswahl für Windenergieprojekte beteiligt, da dies in der Verantwortung des Projektentwicklers liegt. In einigen sehr wenigen Fällen jedoch entwickelt Vestas auch Windenergieprojekte. In diesen Fällen ergänzt Vestas die Karten zu den nationalen Windressourcen mit zusätzlichen Windmessungen am Standort, um so eine hinreichend genaue Vorhersage zur wirtschaftlichen Leistung des Standortes treffen zu können. Lokale Windmesskampagnen dauern je nach Verfügbarkeit von längerfristigen Korrelationsdaten aus der Umgebung mindestens ein Jahr.

Virtuelle Risikokarten von Vestas:

Bei der lokalen Messkampagne wird auch das Vorkommen von Turbulenzen am Standort gemessen. So können bestimmte Standorte zwar ausreichend hohe Windgeschwindigkeiten aufweisen, wenn es dort jedoch gleichzeitig zu viele Turbulenzen gibt, kann dies die Lebensdauer der Windenergieanlagen verkürzen und damit die wirtschaftliche Leistung des Projektes mindern.


Standorte vor der Küste:

Für Offshore-Windenergieanlagen werden bei lokalen Messkampagnen Wellengang, Strömungen und die Gezeiten berücksichtigt. Die geotechnische Studie erstreckt sich dabei über mehrere Jahre. Auch die klimatischen und geologischen Bedingungen eines Offshore-Standortes sind standortspezifisch, was bedeutet, dass die jeweilige Kombination von Bedingungen sehr wahrscheinlich nirgendwo anders zu finden ist.

Vestas empfiehlt den Regierungen die Erstellung von Karten zu den nationalen Windressourcen mit Hilfe international anerkannter Institute, die Programme und Werkzeuge zur meso- und mikroskaligen Modellierung verwenden können. Für erste umfassende Kartierungen sind Modelle wie das so genannte Weather Research and Forecasting (WRF, Wetterforschung und -vorhersage) gut geeignet. Das WRF-Modell wurde von der Abteilung für mesoskalige und mikroskalige Meteorologie des US-amerikanischen Forschungszentrums National Center for Atmospheric Research in Zusammenarbeit mit den US-amerikanischen Umweltforschungszentren National Centers for Environmental Prediction entwickelt und ausgebaut.
Ausgehend von den mesoskaligen Karten zu den Windressourcen können mikroskalige Karten erstellt werden, zum Beispiel mit Hilfe des Wind Atlas and Application Program (WasP), ein Computerprogramm, das vom dänischen Forschungszentrum National Laboratory for Sustainable Energy (DTU) in Risø entwickelt wurde.
Wenn schließlich eine Karte zu den nationalen Windressourcen gezeichnet und ein nationaler/regionaler Lageplan erstellt wurde, muss der Projektentwickler eine lokale Messkampagne an festgelegten Standorten durchführen. Die lokale Messkampagne muss sich dabei nach den Empfehlungen der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) richten.
Bei Projekten mit von Vestas hergestellten Windenergieanlagen nimmt Vestas eine eigene Standortanalyse vor, um so die Standortwahl des Projektentwicklers bewerten zu können.

2009.02.27