Die USA sind mit 12.634 MW Leistung aus Windenergie derzeit der zweitgrößte Windmarkt der Welt. Die Weite des Landes und die Menge des Windaufkommens könnten in den kommenden Jahren dazu führen, dass die USA Deutschland an der Spitze ablösen. Ohne langfristige politische Strategien zur Förderung erneuerbarer Energien auf Bundes- und Bundesstaatsebene wird es dazu allerdings nicht kommen.
Die Situation auf Bundesebene
Im Juni 2006 verabschiedete der Kongress ein Gesetz, das Anreize für Investitionen in erneuerbare Energien schafft. Dieses Gesetz beinhaltet unter anderem eine einjährige Verlängerung des Production Tax Credit (PTC), einer Steuervergünstigung für regenerativ erzeugten Strom. Bis jetzt hat der Kongress die PTC-Regelung mit jeder Entscheidung nur um ein oder zwei Jahre verlängert. Für stabile Marktbedingungen ist eine längere zeitliche Ausdehnung der PTC-Regelung unbedingt erforderlich: nur so können extreme Schwankungen in der Branche verhindert werden. Diese nämlich lassen die Hersteller vor Investitionen in Produktionseinrichtungen zurückschrecken und führen letztendlich zu Lücken in der Versorgungskette der Branche.
Der US-Kongress berät derzeit über ein umfassendes Energiegesetz, das im Falle seiner Verabschiedung starken Einfluss auf Unternehmen wie Vestas haben könnte. Im August 2007 verabschiedete das Repräsentantenhaus eine vierjährige Verlängerung der PTC-Regelung. Außerdem wurden die Versorgungsunternehmen verpflichtet, bis zum Jahr 2020 15 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenenergie zu erzeugen. Diese Bestimmungen sind als Renewable Portfolio Standard (RPS, Vorgaben über den Anteil erneuerbarer Energien an der Energieproduktion) bekannt. Im nächsten Schritt müssen sich Repräsentantenhaus und Senat auf einen Gesetzentwurf einigen, der dann dem Präsidenten zur Entscheidung vorgelegt wird.
Maßnahmen auf Ebene der Bundesstaaten
Bereits 25 Bundesstaaten haben RPS-Programme eingeführt, um den Markt für erneuerbare Energien zu beleben. Darunter sind auch Texas und Kalifornien, die mit 3.352 MW bzw. 2.376 MW im Vergleich am meisten Energie aus Wind erzeugen.
Zudem werden in vielen amerikanischen Bundesstaaten derzeit spezielle Klimaschutzinitiativen umgesetzt. Die Regional Greenhouse Gas Initiative ist der Versuch die CO2-Emissionen mehrerer Staaten im Osten der USA zu reduzieren, indem für alle Teilnehmerstaaten ein gemeinsamer Emissionshöchstwert sowie der Emissionshandel eingeführt wurde. Diese Staaten haben die Möglichkeit, ihre Emissionsrechte nach Markprinzipien zu kaufen und zu verkaufen.
Es gibt Hürden zu überwinden, doch auch Anlass zu Optimismus
Neben der Einführung langfristiger Anreize für erneuerbare Energien sieht sich die Branche auch dem Problem der Versorgungswege gegenüber: Das Netzsystem in den Vereinigten Staaten bedarf dringend der Modernisierung und Erweiterung. Die Behörden des Bundes und der Bundesstaaten sind nun gefragt, verstärkt die langfristige Verbesserung des Stromnetzes ins Auge zu fassen.
Trotz aller Probleme gibt es aber auch Anlass zu Optimismus: Jetzt, da Energiesicherheit und Klimawandel ganz oben auf der politischen Agenda der USA stehen, sind die Bemühungen um eine stabile Gesetzeslage für die Branche der erneuerbaren Energien stärker denn je.
Mehr dazu
American Wind Energy Association (AWEA)
Wind on the Wires
Regional Greenhouse Gas Initiative


